Goldbergbau Pusterwald - Silberbergbau Zeiring - Silberbergbau Pichl bei Katzling

Eine Kooperation der Aurex Biomining AG zur Dokumentation der Abbauwürdigkeit von Gold- und Silberlagerstätten in Österreich

Erzanalysen

Dieser Artikel informiert über Bodenproben und ist eine ergänzte Wiederholung der Erzanalysen, wie in den Publikationen und in der Projektinformation bereits beschrieben. Der Silberreichtum der Oberzeiringer Tiefbaue beruht nicht auf einen hohen Silbergehalt der Bleierze, sondern auf das Auftreten hochsilberhältiger primärer Antimonerze mit gediegenem Silber.

Zeiring hat einen eisernen Hut und einen goldenen Fuss

Wie sehr oft in den Ostalpen, so handelt es sich auch bei dem Silber aus dem Bereich Pölstal- Oberzeiring teilweise um natürliche Gold-Silber-Legierungen. Die Erzanalysen aus dem Oberzeiringer Ostfeld zeigen z.B. je nach Erzart, Entstehungs- temperatur und Tiefenlage ein Verhältnis von Gold : Silber von 1:10 bis 1:200.

vergrößern

Mit anderen Worten: dieses Silber enthält 0.5 % bis zu 9 % Gold! Allerdings sind auch Erzproben ohne Goldgehalt bekannt.

Die Erzgänge im Oberzeiringer Ostfeld sind polymetallisch und je nach ihrer Höhenlage und Streichrichtung unterschiedlich vererzt. Der Gewerke DI Hirn übermittelte eine Analyse einer Erzlinse mit Au 114 g/t. Zwei weitere Analysen mit Au 80 g/t und Au 60 g/t stammen aus Rück- lässen eines höher gelegenen Eisenerzganges im Klingerbau.

J.G. Haditsch (Archiv für Lagerstättenforschung 1967) berichtet u.a. über die in der alten Erbstollenhalde östlich von Oberzeiring gefundenen Silber-Reicherze und dass diese bedingt durch ihren Goldgehalt im Erzmikroskop eine gelbstichige Farbe zeigen.

Die gelbliche Färbung des Silber ist nur möglich, wenn der Goldanteil besonders hoch ist.

Der lokal sehr hohen Edelmetallgehalte sind z.T. das Ergebnis der mehrmals aufgestiegenen Erzlösungen. Diese mehrmalige Erzzufuhr bewirkte lokal eine ganz bedeutende primäre Gold- und Silber-Anreicherung. Denn wenn Erzlösungen aufsteigen und auf bereits vorhandene Erzgänge treffen, so werden zuerst die Edelmetalle ausgefällt und erhöhen dadurch den Gold- und Silbergehalt eines Erzganges in dessen tieferen, also zu unterst befindlichen Bereich.

Dies gilt ganz besonders für das östliche Oberzeiring, denn dort wurden während der letzten Vererzungsphase silberreiche Ag-Sb-Erze und gediegenes Silber in die Lagerstätte eingebracht, wie aus den Anschliffen des Haldenmaterials ersichtlich.

Roherz mit 4 kg bis zu 100 kg Silber pro Tonne

Laut dem Montanhistoriker Univ. Doz. Dr. Ing. Franz KIRNBAUER soll den alten Berichten zufolge in den Tiefbauen bei Oberzeiring lokal ein Roherz mit 10 % Silber - dies sind also Ag 100 kg per Tonne - abgebaut worden sein. Durch die Zufuhr von Pyrargyrit (Antimonsilberblende) mit gediegenem, aszendenten Silber als letzte (unterste) Mineralisationszufuhr und der damaligen selektiven Abbauweise erscheinen die alten Berichte als glaubwürdig.

Alten Berichten zufolge soll auch der Zeiringer Bleiglanz lokal bis zu Ag 4.000 g/t enthalten (es dürfte sich hiebei nicht um reinen Bleiglanz handeln).

Mineralabfolge

Oberzeiring ist eine antimonbetonte Lagerstätte. Die Vererzung erfolgte nach W. Neubauer mehrphasig :

  • 1. Zuführung von Arsenkies, Gudmundit, Magnetkies und Pyrit
  • 2. Bleiglanz und Zinkblende als Hauptminerale
  • 3. zuletzt (zuunterst) Zuführung von Antimonit, Pyrargyrit, gediegenes Silber, Ankerit

Anhand des Haldenmaterials wurde von W. Neubauer und 15 Jahre später von J.G.Haditsch festgestellt, dass der "sagenhafte" Reichtum der Tiefbaue nicht auf einen hohen Silbergehalt des Bleiglanzes, sondern auf das Auftreten von Silber-Antimonerzen mit gediegenem Silber begründet war.

Silberstufe mit knapp 20 Tonnen Silberanteil

Bereits vor mehreren Jahrhunderten wurden weltweit alle pyrargyritreichen Erzgänge und alle Zementationszonen von Silberlagerstätten zur Gänze abgebaut. Daher können heute Berichte über ein Abbaumaterial mit Ag 100 kg/t als übertrieben erscheinen. Aber in einer Zementationszone und in einer primären Anreicherungszone (mit Pyrargyrit und aszendentem Silber) sind derart hohe Silbergehalte lokal möglich. Silber kann nämlich in hydrothermalen Lagerstätten auch in großen Silberstufen auftreten. Als Beispiel gilt der Fund einer Silberstufe mit knapp 20 Tonnen, die im Jahre 1477 im Revier St. Georg-Schneeberg (D) im Zuge des Erzabbaues aufgefunden wurde.

Bodenproben (soil samples)

Systematische Entnahme von Bodenproben zwecks Auffinden einer Vererzung
vergrößern
Systematische Entnahme von Bodenproben zwecks Auffinden einer Vererzung

Jene Bodenproben, die nicht aus einer Abbauhalde entnommen wurden und erhöhte Metallgehalte aufweisen, zeigen eine in der Nähe der Probe-Entnahmestelle befindliche Vererzung bzw. deren „Dipersionshof“ an. Signifikante Proben enthalten häufig nur 1 – 10 Promill jenes Silbergehaltes, der tatsächlich in dem betreffenden Erzkörper auftritt. Je weiter oder je tiefer ein Silbererzgang von der Entnahmestelle der Bodenprobe entfernt ist, um so weniger "Silber ppm" können in der Bodenprobe angezeigt werden. Ist keine silberhältige Vererzung im Umkreis von 30 m von der Bodenprobe-Entnahmestelle entfernt, so enthalten solche Bodenproben auch keinen Silbergehalt

In der Erdkruste beträgt der durchschnittliche Gehalt an Silber 0.07 ppm, der an Blei 15 ppm und der an Zink 75 ppm. Die Bodenproben aus "Revier D" zeigen bis zu Ag 104 ppm, bis zu Pb 9400 ppm und bis zu Zn 1300 ppm. Die Bodenproben im Revier D wurden unterhalb von alten, höher gelegenen Stollen entnommen und stammen aus der normalerweise silberarmen Oxydationszone. Diese dennoch sehr hohen Silbergehalte bestätigen ebenfalls die historischen Berichte über den grossen Silberreichtum der Zeiringer Erze.

Bodenproben aus dem Bereich der Silbermine Pichl

Die mittels der RFA ermittelten Werte von Bodenproben zeigen bis zum 150-fachen Pb-Gehalt im Vergleich zu den nicht-vererzten Gebietsteilen. Zwecks Überprüfung wurden einige Proben auch mittels der AAS auf ihren Ag-Pb-Zn-Gehalt untersucht. Die Ergebnisse der RFA sowie ein bis zu 70-facher Silber-Background wurden bestätigt. Dies sind für Bodenproben - weil aus der ausgelaugten Oxydationszone stammend - relativ hohe Werte.

Eine Bodenprobe aus dem Teilgebiet Wespe zeigt Ag 40 g/t. Dies ist für eine Bodenprobe, die nicht aus einem Haldenmaterial stammt, ein sensationell hoher Wert. In Nähe dieser Bodenprobe dürfte sich eine hochsilberhältige Vererzung befinden. Das "Projekt Wespe" befindet sich ausserhalb der alten Abbaue.

Einige Gesteinsproben aus dem Projekt Wespe und aus dem Projekt Orange zeigen signifikante Silber-Antimongehalte - dies ist ein Hinweis auf das mögliche Auftreten von Pyrargyrit.

Vorläufige Arbeitshypothese

Gefunden im Erdreich bei der Grube F
vergrößern
Gefunden im Erdreich bei der Grube F

In Unterzeiring sollen ein Eisenerz mit 1.200 Gramm Gold und Silber pro Tonne gefunden und in den Matthiasbauen (goldhältige ?) Kupfererze abgebaut worden sein. Definitiv sind keine Erzanalysen aus dem Schürfgebiet Unterzeiring bekannt, sondern nur die von P. Walser veröffentlichten geochemischen Analysen mit den starken Silberanomalien und die in den letzten Jahren entnommenen Bodenproben mit z.T. sehr hohen Silbergehalten.

Nachdem sich das Gebiet der Silbermine Pichl im Zentrum der großen Pölstal- störung befindet, wird erwartet, dass die dort aufgefundenen oberflächennahe Vererzungen sich absätzig in sehr große Tiefe erstrecken.

Der tiefstgelegene Stollen in Oberzeiring befindet sich nur 60 m unterhalb des Talniveaus und führt nordwärts in den Zeiringer Erzberg Richtung Möderbrugg. Der Abbau dieser dort anstehenden Reicherze wurde wegen eines plötzlichen Wassereinbruches eingestellt. Daher gilt als vorläufige Hypothese, dass sowohl in nördlichen Fortsetzung und auch zur Tiefe hin polymetallische Erzgänge mit sehr hohem Gold- und Silbergehalt angetroffen werden können.

Alten Analysen zufolge enthält auch der Bleiglanz Gold bis zu 5 g/t. Auch die im Klingerbau des Ostfeldes ehemals abgebauten Kupfererze waren goldhältig. Ludwig Apfelbeck (1920) zitiert aus einen alten Bericht "es wurden beträchtliche Mengen Gold an das Einlöseamt in Graz abgeführt".

Wegen der im 14.ten Jahrhundert mangels geeigneter Technologie schwierigen Abbauverhältnisse wurden im Oberzeiringer "Mittelfeld" unterhalb von Seehöhe 890 m nur reiche Erze abgebaut bzw. Bleierze mit Ag 800 g/t wurden stehen gelassen und seinerzeit nicht abgebaut, wie die Entwässerungsversuche aus dem Jahren 1923 - 1924 zeigen. Die einsetzende galoppierende Inflation (1 kg Brot kostete 1 Million Reichsmark) und der damalige absolute Wertverfall des Silbers durch Entmonetisierung beendete diese Bemühungen zur Wiederinbetriebnahme.

Aus dem Gebiet Möderbrugg sind keine Erzanalysen, sondern nur zwei kleine Halden bekannt

Zusammenfassung

Antimon- Blei- und Zinkmetall waren im Mittelalter wertlos, sind aber im modernen Bergbau wichtige Kosten- bzw. Gewinnträger.

Erst ab dem Jahre 1950 begann neuerlich die Wertsteigerung von Silber, bedingt durch seine Verwendung in der Elektronik und vielen anderen Industrieprodukten - Tendenz steigend.

Gold und Platin im Pusterwald

Bergingenieur Alban Trug berichtet 1920 von einer 15 kg schweren Erzprobe mit Gold 500 Gramm pro Tonne

Hofrat Oberbergrat Dr. Lukas Waagen (Chefgeologe der Geologischen Bundesanstalt a.D.) berichtet 1951 ebenfalls über Analysen aus den Zwanzigerjahren und ermittelt hiefür einen Durchschnittswert von Au 17.7 g/t und Pt 6.76 g/t.

Eine Probe enthielt Gold 436 g/t und eine andere Probe enthielt Platin 72 g/t. Von 23 Proben enthielten 19 Proben Platin. In den 50.er-Jahren wurden neuerlich einige Proben entnommen und diese zeigten keine Platingehalte. Möglicherweise sind diese platinfreien Proben an anderen Stellen entnommen worden.

Siehe auch

Weblinks

Werbung :

Persönliche Werkzeuge