Goldbergbau Pusterwald - Silberbergbau Zeiring - Silberbergbau Pichl bei Katzling

Eine Kooperation der Aurex Biomining AG zur Dokumentation der Abbauwürdigkeit von Gold- und Silberlagerstätten in Österreich

Fachliteratur über den Golderzbezirk Pusterwald

Die Fachliteratur über den Golderzbezirk Pusterwald gliedert sich u. a. in die ausführlichen Beschreibungen der "Erzglimmerschiefer" und in Berichte über die "goldreiche Mylonitzone" im Plättental. Für die geplante Exploration sind insbesonders die "Erzglimmerschiefer" von Interesse, da diese gemäss den Untersuchungen durch Bergingenieur Albin Trug sehr grosse "Lagerstätten mit 0,5 bis 20 m Mächtigkeit" ausbilden und sich anscheinend bis ins Tal hinab erstrecken.

Inhaltsverzeichnis

Abschrift aus "Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt - 1997 Band 19"

Golderzbezirk Pusterwald : Charakteristika : im Raum um Pusterwald sind mehrere genetisch verschiedenartig Erzvorkommen bekannt von diesen kommt nur den goldführenden Arsenopyritgängen des Plätten(Pletten-)Tales eine größere Bedeutung zu. Die Vererzungen setzten in Glimmerschiefern und Amphiboliten (bzw. deren mylonitischen Äquivalenten) des Kristallins der Wölzer Tauern auf.

Die von Friedrich, O. M. (1954) und Thurner, A. (1955) durchgeführten geologisch-lagerstättenkundlichen Untersuchungen, in Verbindung mit bergmännischen Aufschliessungsarbeiten, indizieren eine 2-4 m mächige und 650 m lange kiesvererzte Mylonitzone und davon abzweigende, sehr absetzartige Gangtrümmer. Die letzteren führen als Haupterze Arsenopyrit, Pyrrhotin und Chalkopyrit, die teils als Derberz (0,6 m bis zu 1 m), teils imprägnativ in der quarzigen Gangmasse eingelagert sind. Die Goldführung ist an Arsenopyrit und Pyrrhotin gebunden, wobei vielfach sehr feinkörniges Freigold (um einige µm) vorliegt. Die Goldgehalte schwanken stark und werden mit 0 - 36 ppm angegeben.

Die störungsgebundenen Goldvererzungen des Plättentales sind mit dem Typus der klassischen Tauerngoldgänge des Gasteiner-Raurieser Raumes vergleichbar. Form der Mineraisation : Gänge und Imprägnationen. Nebengestein : Glimmerschiefer, Amphibolite

Typische Vorkommen: Mahralpe - Hohenwarth, Pusterwald, Pusterwald - Plättental, Schaffergraben bei Pusterwald.

Teilabschrift eines Schürfberichtes über die Pusterwalder Lagerstätte Mahralpe, verfasst 1980 von Dr. S. Polegeg

  1. Erhöhte Goldwerte stehen offensichtlich in Zusammenhang mit den dunklen Lagen in den Glimmerschiefern.
  2. Die Glimmerschiefer sind als Trägergestein der Goldführung zu bezeichnen, da die dunklen Lagen nicht nur in enger Wechselfolge in bestimmten mächtigeren Horizonten erscheinen, sondern auch in den hellen Glimmerschiefertypen immer wieder feinlagig bzw. akzessorisch auftreten.
  3. Der Gehalt an Quarz steht nach den bisherigen Ergebnissen in keinem Zusammenhang mit der Goldführung.
  4. An Störungen und Ruschelzonen im Arbeitsgebiet sind offensichtlich keine höheren Goldgehalte gebunden.

Da die erhöhte Goldführung an ehemals stratigraphische Horizonte gebunden ist, kann eine Fortsetzung der Vererzung in die Tiefe parallel zu den s-Flächen mit guten Grund an- genommen werden. Eine Tiefeninterpretation von Goldwerten ist jedoch im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zulässig.

Teilabschrift eines Berichtes, verfasst 1961 von Dir. D. Omerzu

Neben den ältesten kristallinischen Gesteinen (Zentralgneis), welche in mächtiger Ausdehnung aus der Tiefe hervorkommen, bilden das Hauptgestein der feste und harte Glimmerschiefer, dabei auch der kristallinische Kalk. In solchen Gesteinskonglomerat treten im ganzen Gebiete also wohlgeschichtete Erzlager auf, die zumeist ihre eigene Gangbildung haben.

Der Erzglimmerschiefer ist durchaus rotbräunlich - rauchig der Quarz als Gesellschafter eingelagert und stets als Erzbegleiter mitgehend, ebenfalls in rauchiger Topasfarbe. Der Quarz ist zumeist auch linsenförmig dicht und gleichmässig im Erzgestein eingesprengt, in welchen sodann zumeist die Edelerze, Gold und Silber in winzigen dichten Teilen ihre Mineralisationsnester haben und auch in Verbindung von Kupferkiesen und anderen Metalle vorkommen.

Der Quarz ist aber gewöhnlich in verästelten Gängen als steter Begleiter des Erzvorkommens; bei starken eingesprengten oder zerstreuten Quarzen sind auch die Edelerze, sei es in Gemeinschaft von Arsenkies, Magnetkies und dunklen Gneis, zu suchen.

Teilabschrift aus dem Expose (1920) von Bergingenieur Alban Trug

Da das Edelerzvorkommen sich haupsächlich im festen Glimmerschiefer findet, müssen wir uns mit diesem näher befassen:

Der Glimmer ist mehr oder minder braun, der Quarz gelblich. Beide treten lagenweise mit einander wechselnd auf und bildet der Quarz ausserdem kleine, linsenförmige körnige Anhäufungen, das Gestein ist daher quarzreich, schiefrig, durch Verwitterung rotbraun werdend. Letztere Eigenschaft verdankt es dem häufigen Gehalt an Schwefelkies, welcher stellenweise grosse Schichten oder Zonen einnimmt, daher wird der erzführende Glimmerschiefer auch Erzglimmerschiefer genannt.

Die Erzlagerstätten treten im ganzen Gebiete als wohlgeschichtete Lager auf. Nirgends eine Spur von Gangbildung. Die Lager in verschiedenen Mächtigkeiten, bis zu 20 m abwechselnd mit anscheinend tauben Schichten des Glimmerschiefers und mit freiem Auge auf den ersten Blick wohl erkennbar ; die Schichtenköpfe auf den verwitterten Bergrücken blossgelegt, in den Wasserrinnen zahlreiche Erzausbisse, welche überall die regelmässige ungestörte Schichtenbildung, die in Streichen und Verflächen sich den Formen des Gebirges anpassen, aufweisen. Das ganze Erzvorkommen zeigt somit ein prototypes Bild sekundärer Erzbildung.

Die Vererzung besteht aus Pyrit, Markasit, untergeordnet Kupferkies, Hornblende, accessorisch Zinkblende; Bleiglanz wurde nicht beobachtet.

Das Erz bildet Lager von wenigen mm bis zu 10 cm und mehr cm Mächtigkeit, welche mit ungefähr gleich starken Lagen des Muttergesteins abwechselnd geschichtet sich zu Lagerstätten von 0.5 bis zu 20 m Mächtigkeit ausbilden, deren Ausdehnung im Streichen man oft bis zu Ausbissen im korrespondierenden Gehänge jenseits des Bergrückens unzweifelhaft nachweisen kann.

Die Erzproben: Betrachten wir die Resultate der zahlreichen einzelnen Analysen, so muss die krasse Verschiedenheit der Ergebnisse um so mehr auffallen, als alle Erzlager nach dem Ansehen nur geringfügige Abweichungen zeigen und dennoch Proben von einem und denselben gut gemengten Pulverhaufen bald sehr reiche Gehalte, bald bedeutend schwächere aufweisen, bald gar keinen Gehalt an Edelmetallen zeigen, trotz der peinlichen Sorgfalt, welche bei der Entnahme der Erzproben und der Durchführung der Analysen geübt wurde.

Eine grosse Erzprobe von 15 kg, welche als ganze nach den umständlichen und langwierigen nassen Verfahren behandelt wurde, ergab effektiv 7.5 g Gold, somit 500 g pro Tonne und eine andere mit Flussäure behandelte normale Probe 22 g Au und 42 g Ag pro Tonne. Aus diesen bisher vorliegenden Resultaten kann man naturgemäs kein verlässliches Bild gewinnen. Braucht man doch bei den jetzigen abnormen Verhältnissen oft Wochen ehe man das Resultat einer einzigen Analyse erfährt, welche obendrein noch unverlässlich ist.

Sonstige Literatur

Wegen des grossen Informationsgehaltes der umfangreichen Publikationen von Friedrich O.M. (1954) und Thurner A. (1955) wird das Lesen derselben empfohlen. Diese liegen sowohl in der Geologischen Bundesanstalt Wien als auch in der Montanuniversität Leoben auf. Die vorliegende Projektbeschreibung basiert u.a. auch auf diesen Quellen.

Siehe

Persönliche Werkzeuge