Goldbergbau Pusterwald - Silberbergbau Zeiring - Silberbergbau Pichl bei KatzlingEine Kooperation der Aurex Biomining AG zur Dokumentation der Abbauwürdigkeit von Gold- und Silberlagerstätten in Österreich |
Geophysik |
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Zum Aufsuchen von Vererzungen kommen die Methoden der "angewandten Geophysik" und die "geochemische Detail Prospektion" zum Einsatz. Aufgefundene Vererzungen werden in de Folge mit bergmännischen Methoden (Schürfstollen, Schürfschächte und/oder Bohrungen) untersucht.
Induzierte PolarisationBei der Messung der Induzierten Polarisation (IP) werden in Abständen von 500 m bis 800 m in die Geländeoberfläche Elektroden eingeschlagen, die in den Untergrund einen elektrischen Strom im Millivoltstärke einspeisen. Dieser Strom wird automatisch nach je 2 Sekunden abgeschaltet und an der Geländeoberfläche mit Messonden das Abklingen des Stromfeldes in vier verschiedenen Zeitfenstern gemessen. Diese Stromabfall-Messungen erfolgen entlang von parallelen Messprofilen in Abständen von 5 m bis 20 m. Durchfliesst nämlich der eingespeiste Strom z.B. einen Erzkörper im Untergrund, so ergibt dies andere Messdaten im Vergleich zu nicht erzhältigem Gestein. Geoelektrische Messdaten liefern wichtige Hinweise zur Durchführung von weiteren Untersuchungen. Nachdem auch metallhältige Artefakte und Pyrit, Schwarzschiefer und der lokal häufig auftretende Graphit und Gesteinsgrenzschichten erhöhte IP-Messwerte liefern, so erfordern aufgefundene IP-Anomalien weitere Untersuchungen. IP-Anomalien können auch nicht-abbauwürdige Vererzungen anzeigen, dies ist von den lokalen Inhomogenitäten im Untergrund abhängig. IP-Anomalien mit hohem Pyrit- und/oder Graphitanteil können jedoch ebenfalls auch einen hohen Edel- und Buntmetallanteil aufweisen. Limonit ist verwittertes Eisenerz und liefert wie Siderit und wie Zinkerze keine erhöhten IP-Werte. Im Zuge der Verwitterung entstehemn geochemische Prozesse, wodurch polymetallische Eisenvererzungen ausgelaugt werden und ihren Gold- Silber- und Kupferinhalt in der darunter befindlichen Zementationszone abladen und diese anreichern. Im Erzbezirk des Pölstales finden mit Hilfe geochemischer und geophysikalischer Messmethoden Untersuchungen statt, um bislang noch unbekannte Vererzungen lokalisieren zu können. Geoelektrischen IP-Anomalien mit erhöhtem Metallanteil in den Bodenproben werden in der Folge mittels Kernbohrungen auf ihren Edelmetall- und Buntmetallgehalt untersucht. Geochemische Detail ProspektionAufsteigende Erzlösungen bilden um sich im Nebengestein einen primären Dispersionshof (Aureole, Halo). Dieser kann einige Dezimeter oder mehrere Zehnermeter betragen und ist abhängig von der Bildungstemperatur, Druck, Inhalt der Erzlösung und den Eigenschaften des Nebengesteins (chemische Reaktiosfähigkeit, Mikrorisse, Klüfte). Im Zuge der Verwitterung erfolgt im oberflächennahen Bereich eines Erzganges eine chemische Metall-Auslaugung und ein sekundärer Dispersionshof. Durch systematische Entnahme von zahlreichen Bodenproben und deren Analyse wird ermöglicht, den die Dispersion verursachenden Erzgang zu lokalisieren. Je näher eine Probe dem Erzgang entnommen wird, um so höhere Metallgehalte werden im ppm-Bereich angezeigt. Im steilen Gelände befindet sich ein Erzgang nicht im Zentrum seiner sekundären Dispersion, sondern "oberhalb" hievon. Seitens der Silbermine Zeiring GmbH werden die Metallgehalte in den Bodenproben mittels der RFA (Röntgen Fluoreszenz Analyse) ermittelt und ein Teil der Proben wird auch mittels der AAS-Analysenmethode untersucht. Die mittels Geochemie und Geophysik ermittelten Vererzungen sollen dann bergmännisch (durch Schürfstollen, Schürfschacht oder Bohrungen) weiter untersucht werden. XRF - RöntgenfluoreszenzspektroskopieDer Einsatz der RFA (RöntgenFluoreszenzAnalyse) mittels portabler Messgeräte bedeutet eine Revolution in der angewandten Geochemie. Hiebei wird die Technik der Fluoreszenzspektroskopie auf Röntgenstrahlung angewendet Vererzungen bzw. deren primäre und sekundäre Dispersion verursachen Metallgehalte im Nebengestein und in den Bodenproben. Diese Metallgehalte im ppm-Bereich können jetzt vor Ort mittels eines portablen XRF-Analyser in einem speziell hiefür errichteten Messplatz ermittelt werden. Erzgänge bewirken bei ihrer Entstehung oftmals eine Veränderung des Nebengesteins, z.B. erfolgt eine Pyritisierung (FeS2) und Verquarzung (SiO2). Mit der RFA können Edelmetall- Buntmetall- sowie Eisengehalte und einige andere Elemente in den Boden- und Gesteinsproben ermittelt werden. BodenprobenLaien verwechseln oft die Bedeutung von Bodenproben mit jener von Erzproben. Die dem Erdreich in 60 - 80 cm Tiefe entnommenen Bodenproben zeigen häufig nur 1 Promill bis 1 Prozent jenes Silbergehaltes an, der tatsächlich in jenem Erzkörper auftritt, dessen Silberemission in der betreffenden Bodenprobe gemessen wird. Je weiter oder je tiefer ein Silbererzgang von dem Entnahmeort der Bodenprobe entfernt ist, um so weniger "Silber ppm" können in der Bodenprobe angezeigt werden. In der Erdkruste beträgt der durchschnittliche Gehalt an Silber 0.07 ppm, der von Antimon 0,2 - 0,65 ppm, der von Blei 15 ppm und der von Zink 75 ppm . Die bisher entnommenen 200 Bodenproben aus Unterzeiring zeigen zum Teil erhöhte Silbergehalte und die Bodenproben aus dem "Revier D-VII" zeigen bis zu Ag 104 ppm, bis zu Pb 9400 ppm und bis zu Zn 1300 ppm. Diese Bodenproben aus dem Revier D-VII wurden unterhalb von alten, höher gelegenen Stollen entnommen und stammen aus der normalerweise silberarmen Oxydationszone. Diese dennoch sehr hohen Silbergehalte bestätigen ebenfalls die überlieferten Berichte über den grossen Silberreichtum der Zeiringer Erze. Im 14.ten Jahrhundert soll in Oberzeiring lokal ein Erz mit Ag 100 kg/t abgebaut worden sein. Die Vorteile von GraphitGraphit ist in den Zeiringer Schürfgebieten lagenweise häufig zu finden. Die im Untergrund befindlichen, graphitführenden Lagen besitzen eine grössere tektonische Teilbeweglichkeit, so dass die Wegsamkeit für die eindringenden Erzlösungen in diesen Lagen erhöht wurde. Dies ermöglichte speziell im Bereich der Graphitlagen die Entstehung von Vererzungen. Daher zeigen fast alle Erzanschliffe aus dem Oberzeiringer Revier auch Graphit. Im Blahbachtal war einst auch ein Graphitschurf. Nicht jede Graphitlage ist vererzt. Graphit liefert ganz besonders hohe IP-Messwerte und diese hohen IP-Werte können eine im Bereich der Graphitlage befindliche Silber-Buntmetall-Vererzung "überlagern". Daher werden bei Lokalisierung einer signifikanten IP-Anomalie zahlreiche Boden- und Gesteinsproben entnommen und analysiert, um eine geoelektrische Anomalie hinsichtlich ihrer eventuellen Vererzung interpretieren zu konnen. Möglichweise kann eine zukünftig steigende Nachfrage nach Graphit für Brennstoffzellen, Lithium-Ionen-Batterien für Hybrid-Fahrzeuge und Hochtemperaturrekatoren) dazu führen, dass beim geplanten Erzabbau in Unterzeiring der automatisch anfallende Graphitanteil ein wirtschaftlich interessantes Nebenprodukt darstellt. Siehe auchWeblinks |

