Goldbergbau Pusterwald - Silberbergbau Zeiring - Silberbergbau Pichl bei KatzlingEine Kooperation der Aurex Biomining AG zur Dokumentation der Abbauwürdigkeit von Gold- und Silberlagerstätten in Österreich |
Silberbergbau bei Katzling |
Das Revier D mit der "High-Silver-Anomalie"Die nebenstehende Skizze zeigt das Revier D mit 20 alten Abbauen und Halden. Anlässlich der Prospektion wurden jetzt weitere verbrochene Stollen, Pingen und Halden entdeckt. Das Erzrevier D wurde intensiv mit anscheinend parallel verlaufenden Erzgängen vererzt, dürfte aber nur im oberflächennahen Bereich relativ ausgeerzt sein, denn Karstwässer und das Fehlen von geeigneten Technologien verhinderte ein Vordringen zur Tiefe hin. Einer der alten und nicht mehr befahrbaren Kriechstollen soll angeblich einige hundert Meter weit in den Berg hineinführen. Aus zwei verbrochenen, alten Lüftungsstollen, die sich in einem Abstand von 300 m befinden, strömt an heissen Tagen kalte Luft heraus. Dies deutet auf eine sehr grosse Ausdehnung der alten Gruben- räume. Hinsichtlich der vermuteten, absätzigen Tiefenfortsetzung der Vererzung wird überlegt, einen der verbrochenen Lüftungsstollen zu räumen, um in die alten Abbauräume zu gelangen. Dies wird wichtige Hinweise für das direkte Anbohren eines Erzkörpers von Obertage aus erbringen. Bei der Entnahme von Bodenproben in den Steilhängen des Revier D besteht immer die Möglichkeit, dass diese aus abgerutschtem Haldenmaterial stammen. Andererseits kann abgerutschtes Material eine noch nicht abgebaute Vererzung geochemisch überlagern. Bodenproben : In der Erdkruste betragen die durchschnittlichen Gehalte für Silber 0.07 ppm, für Blei 14 ppmm und für Zink 75 ppm . Die bisher entnommenen Bodenproben aus dem Erzrevier Unterzeiring zeigen zum Teil sehr stark erhöhte Silbergehalte bzw. die Bodenproben aus dem "Revier D-VII" zeigen bis zu Ag 104 ppm, bis zu Pb 9400 ppm und bis zu Zn 1300 ppm. Diese Bodenproben wurden unterhalb von alten, höher gelegenen Stollen entnommen. Die hohen Silbergehalte bestätigen die historischen Berichte über den grossen Silberreichtum der Zeiringer Erze. P. Walser schrieb 1974 (Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen, Sonderband 2) über das Revier D : "Südlich von Katzling erstreckt sich östlich der Klum-Hube das Grubenrevier D. Mit Ausnahme von Grube V zeigen alle Einbauten in ihrer Umgebung starke bis sehr starke Anomalien bezüglich Silber, Blei und Zink. Im vorliegenden Gebiet steht ein brekziöser bis massiger Marmor an, der bei steilem Einfallen NW-SE streicht. Mehrere zum Streichen parallele Störungen zerhacken diesen Marmor und dürften die Erzzufuhr ermöglicht haben. In diesem Zusammenhang darf darauf hingewiesen werden, dass übereinstimmend von allen Bearbeitern der Zeiringer Lagerstätte die große Pölstalstörung, die ebenfalls NW-SE streicht, als Hauptlieferant der Erzlösungen angesehen wird. Bevor auf die einzelnen Baue eingegangen wird, sei erwähnt, dass die Halden im Bereich VI aufgegraben wurden und das Haldenmaterial nach der Wichte angereichert wurde. Dafür danke ich Herrn Dipl.-Ing. H. KOLB sehr herzlich. Eine Zahl von Anschliffen dieser Schwerekonzentrate bracht keinen eindeutigen Erznachweis. Herr Professor Dr. J. G. HADITSCH – dem an dieser Stelle für seine stete Hilfsbereitschaft gedankt sei – fand jedoch in einem Schliff Kupferkieströpfchen in zersetztem Bleiglanz, dessen ursprüngliches Gitter noch erkannt werden konnte, und er schließt daraus auf eine Paragenese Bleiglanz-Zinkblende-Kupferkies, wobei dann der Bleiglanz als Silberträger angesehen werden muß. Sämtliche Schliffe zeigen reichlich Pyrit mit allen Übergängen zu Limonit, wobei jedoch schon der Marmor einen hohen primären Pyritgehalt zeigt. Der Bau I in 1070 m an einer markierten Flurgrenze gelegen ist ein Beispiel dafür, dass der natürlichen Klüftung nachgearbeitet wurde. Auf der Karte 3 wurden die Stollen doppelt so groß dargestellt. Der Hauptstollen folgt einer Kluft (160/70 W) ca. 14 m bis er verrollt ist. 3 m hinter dem Mundloch zweigt von einer Kaverne mit 3 m Durchmesser ein Seitenstollen nach Osten ab, der einem Harnisch (280/85 S) folgt. Dieser Seitenstollen endet nach 13 m im festen Fels. Stollen sind nur grob ausgebrochen und erreichen eine Höhe von 150-200 cm. Abgesehen von einer leichten Limonitisierung des Marmors zeigen sich keine Erzspuren. Stollen II (1030 m) folgt dem Streichen des klüftigen Marmors (135/65 W) ca. 10 m dann ist auch dieser 150 cm hohe Stollen verrollt. Hier ist auch das Mundloch schon stark verrollt, eine sehr starke Halde zieht sich den Hang entlang und lässt auf rege Bergbautätigkeit schliessen. Ebenso zeigt Stollen III (1020 m) eine mächtige Halde. Der Stollen folgt einer Störung (145/40 NW), wobei bedingt durch kleine Querverwerfer die Stollenrichtung 180 S beträgt. Nach 14 m ist der Bau verrollt. Zwischen den Stollen II und III kann man auf dem Schlag sehr gut eine kleine Terrasse ausnehmen, von der nach Norden also abwärts wie auch aufwärts nach Süden Terrassen weglaufen, die an die Überreste eines Bremsberges erinnern. In diesem steilen Gelände haben wohl die alten Bergleute auch schon etwas ähnliches betrieben, wobei die Terrasse als Umladestation gedient haben mag. Daß sich im Bereich dieser Terrasse keine geochemischen Anomalien zeigen, wäre durch die Verwendung der dichten, ledernen Erzsäcke erklärbar. Westlich des Stollens III trifft man auf die Halde mit dem fast vollständig verrollten Mundloch des Stollens IV (1010 m ), der einer Störung (330/55 W) folgt. Ein Befahren dieses Baues war mir nicht möglich. Fährt man auf der Forststrasse von Katzling kommend zur Klum, so trifft man gleich bei der ersten Biegung, wenn man 50 m nach Westen auf den Hang klettert, auf die Einbauten V (900 m). Ein Stollen führt in der Richtung 235 SW und zwei Pingen in dieser Richtung - wohl durch die geringe Überdeckung verbrochen – zeigen den weiteren Verlauf an. Eine große Halde lässt auch hier auf einen einst tiefen Stollen schliessen, der vielleicht nie die erzführende Zone erreicht hat, was aus dem Fehlen einer geochemischen Anomalie im Bereich dieser Baue geschlossen werden darf. Gleich 30 m westlich findet sich ein zweiter Stollen, der im anstehenden Fels angeschlagen wurde. Auch dieser ist verbrochen und zeigt nur eine kleine Halde. Die Baue IV zeigen teilweise große Halden und vor allem sehr hohe Silberanomalien im gesamten Bereich. Es ist umso verwunderlicher, dass in der Literatur über diese Bau, die vielleicht einmal einen beachtlichen Anteil der Silberproduktion des Oberzeiringer Reviers lieferten, nichts zu finden ist. Südlich davon finden wir noch einen Stollen (E auf Karte 1), der auf der Karte 3 nicht mehr Platz fand, sicher aber zum selben Revier gehört. Dieser Stollen liegt 100 m nördlich der Höhenkote 1188 und ist auch schon beim Mundloch verrollt." Das Projekt Bunker-ErzgangAm Nordabhang des Revieres D wurde im unteren Klumgraben eine Ost-West streichende, tief liegende IP-Anomalie (Bunker-Erzgang) mit einer Länge von 200 m aufgefunden. Wegen dieser Tiefenlage können Bodenproben keine Buntmetallgehalte anzeigen. Siehe auch
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