Silbermine Pichl

Aus Silbermine.at

orange gefärbtes Erdreich verursacht von Gelbkupfererz
Betrachtung einer Nebengesteinsveränderung

Der Erzbezirk Unterzeiring ertreckt sich über eine Länge von 4.5 km. Unter der Bezeichnung Silbermine Pichl werden die neu entdeckten Silber-Erzvorkommen bei Pichl zusammengefasst. Es handelt sich hiebei um unberührte Vererzungen ausserhalb der alten Abbaue. Die noch durch Bohrungen zu untersuchenden Erzgänge sind oberflächennahe Ausläufer von Vererzungen, die sich möglicherweise absetzig bis zu einer Tiefe von 1.5 km erstrecken.

Als vorläufige Mineralabfolge - mit lokalen Unterschieden - gilt :

  • 1. Zuführung von (goldführenden) Eisenerzlösungen
  • 2. Zuführung von silberführenden Buntmetall-Erzlösungen
  • 3. Zuführung von hochsilberhältigen und antimonbetonten Erzlösungen

W. Neubauer schrieb 1952 über Oberzeiring : "Mit dem Einbrechen der Antimonerze wurden reiche Silbererze und ged. Silber in die Lagerstätte eingebracht." .... "Das Vorkommen von Arsenkies beweist anderseits die engen Bande, die Oberzeiring in genetischer Hinsicht mit den güldigen Quarz-Arsenkiesen bei Pusterwald verbindet."

Die vorhandene Infrastruktur ist günstig und bedarf keiner wesentlichen Investitionen. Die Gemeindeverwaltung von Oberkurzheim (= Unterzeiring, Pichl-Katzling), die Grundeigen- tümer und auch die Anrainer stehen einem geplanten Kleinbergbau positiv gegenüber.


Die aufgefundenen Vererzungen sind :

I. Projekt Wespe - mit Silber-, Antimon-, Zink-, Blei- und Kupfererz

Dieses Teilgebiet zeigt lokal stark erhöhte Silber-, Zink- Blei- und Kupfergehalte in den Bodenproben. Eine der Bodenproben zeigt Ag 1.459 ppm und eine andere Ag 2.424 ppm ; dies sind ungewöhnlich sehr hohe Werte. Auch Röntgenfluoreszenz-Readings an Bruchstellen von Gesteinproben zeigen ebenfalls stark erhöhte Silber- und Zinkgehalte. Dies ist ein klarer Hinweis dafür, dass im Nahbereich der Proben-Entnahmestellen sich eine reiche Vererzung befindet.

Im Frühjahr 2012 wird im Projekt Wespe mit umfangreichen Bohrungen begonnen und dieses Projekt ist für den Beginn des Erzabbaues bestimmt.

II. Projekt Orange - mit Silber-, Antimon-, Zink-, Blei- und Kupfererz

Stollenmundloch der Grube F
Durch sekundäre Metall- Lösungen verfärbtes Neben- gestein (Stollen Grube F)

Es finden sich viele Hinweise auf eine sehr intensive hydrothermale Vererzung. Zur Unter- suchung der stofftektonischen Durchmischung der Gesteinsschichten und deren Kluftwasserführung wurde eine RC-Bohrung durchgeführt. Die Bohrung durchörterte eine limonitführende Schicht und nach weiteren 40 Bohrmetern wurden zweimal Kluftwasser angetroffen. Angebohrt wurde u.a. die Aureole einer Cu-As- Vererzung.

Bereits 30 m südlich von dem Bohrloch konnten mehrere Boden- und Gesteinsproben mit signifikant erhöhten Ag- Sb- Pb- Zn- As- Ba- Gehalten entnommen werden, die eine reichhaltige Vererzung unbekannter Größenordnung zur Tiefe hin anzeigen anzeigen.

Das Projekt Orange ist nicht mit der in der Nähe befindlichen Grube F ident. Wie die im Jahre 2010 durchgeführten Räumungsarbeiten zeigen, endeten der Stollen und der Schacht der Grube F noch vor dem Erreichen der Vererzung des Projektes Orange. D. h. im Bereich dieser Vererzung fand in historischer Zeit kein Erzabbau statt.

Die starke tektonische Störung beim Projekt Orange bildete anscheinend einen idealen Aufstiegsweg für die hydrothermalen Erzlösungen. Die bisherigen Gesteinsproben mit den lokal erhöhten Ag-Sb-Gehalten erinnern an die reiche Silberparagenese der Oberzeiringer Tiefbaue.



III. Mehrere geomagnetische Anomalien

Dem Anschein nach handelt es sich um Geländestörung mit z. T. stark magnetischen Eisenerzeinschlüssen. In historischer Zeir wurde im Erzbezirk Unterzeiring kein Eisenerz abgebaut. Zwei Analysen (OEGUSSA 1963) aus Rücklässen im Oberzeiringer Ostfeld (Klingerbau) zeigen für sulfidisches Eisenerz 60 und 80 Gramm Gold pro Tonne. Hieber handelt es sich um refraktäres Gold; d. h. dieses Gold ist im Kristallgitter des Eisenerzes eingebaut und nicht im Mikroskop erkennbar (der Eisenerzgang im Klingerbau ist bereits zur Gänze abgebaut).

Magnetik 1 - geomagnetische Anomalie beim Kuckuckfelsen

Hiebei handelt es sich um eine am Osthang der "Berghöhe 1188" befindlichen magnetische WNW-ESE-Anomalie mit 230 m Länge und bis 30 m Breite. Bodenproben zeigen gering erhöhte Zink und Kupferwerte. Die Geoelektrik mit dem Elektrodenabstand von A-B 300 m zeigt keine erhöhten IP-Werte.

Zum Vergleich : Der längste Erzgang in Oberzeiring (Barbara-Johannes-Erzzug) hat eine Länge von 80 m.


IV. Gold-Projekt Stephan (Ost-Orange) mit Arsenopyrit, Zink- und Bleierz

Arsenopyrit mit Gold - Foto von minifossi.pcom.de

Arsenopyrit ist in den Alpen ein typischer Goldträger. Man schätzt dass etwa 60 % des Alpengoldes als Microparagenese im Arsenopyrit, Pyrit und Pyrrhotin auftritt.

120 m östlich des Projektes Orange befindet sich diese ausgedehnte As-Anomalie, deren südlicher Rand signifikante Zn-Pb-Werte aufweist. Welche die ältere und welche die jüngere (zu unterst befindliche) Vererzung ist, kann durch Bodenproben nicht festgestellt werden. Die Bodenproben zeigen den 30 - 80-fachen Background-As-Gehalt. Ein eventueller Goldanteil könnte als "vererztes Gold" im Kristallgitter des Arsenopyrit eingeschlossen sein - oder ist in die darunter befindliche Zementationszone verfrachtet.

Mit Arsenopyrit häufig vergesellschaftete Minerale sind u.a. Silber, Gold, Bleiglanz und Pyrit. Ob die aufgefundene As-Zn-Anomalie goldführend ist, soll durch Bohrungen festgestellt werden.

Für das Frühjahr 2012 ist geplant, die in der Nähe befindliche Forststrasse in dieses Teilgebiet zu verlängern.



V. Projekt "Big-Vein-Anomalie"

Geoelektrische IP-Anomalie Big Vein

Diese geoelektrische Anomalie besteht aus drei Teilstücken, beginnt 150 m südlich der alten Silberabbaue des Revieres D und ist über die Forststrasse von Pichl erreichbar.

Der Teil beim Krähenfelsen zeigt stark erhöhte Ag-Pb-(+Zn)-Gehalte in den Bodenproben. Geröll und die Felswand verhindern die weitere Entnahme von Bodenproben. Die hohen Metallgehalte in den Bodenproben stammen aus sekundären Erzlösungen, die vermutlich aus Felswandklüften, die sich seitlich unterhalb der Boden- und Gröllbedeckung befinden, ausgetreten sind.

Eine starke tektonische Scherung ist anhand mehrerer Harnischflächen erkennbar. Nachdem diese Anomalie von der unterhalb befindlichen Forststrasse aus nicht angebohrt werden kann, ist geplant, ein in Module zerlegbaren Bohrgerätes zu erwerben. Dieses kann dann knapp unterhalb der Felswand aufgestellt werden.

Es wurden etwa 50 m unterhalb der Anomalie von der dort befindlichen Forststrasse aus einige horizontale und flache einfallende RC-Bohrungen durchgeführt. Diese SW-NE-Bohrungen durchörterten eine starke Störungszone und die schwachen Aureolen von As- Cu- Pb- Zn-Anomalien. Dies sind weitere Hinweise für eine Vererzung im weiteren und tieferen Umkreis der Bohrungen.


VI. Projekt Klippe

Lageplan

Hiebei handelt es sich um eine schmale Pb-Vererzung zwischen einer der Forststraßen und einer Felsenklippe. Die geochemische Anomalie kann direkt bis zur Felsenklippe gemessen werden. Die Felsenklippe verhindert weitere Probennahmen.


VII. Projekt Zn-18

Ist eine zwischen zwei Forststrassen aufgefundene oberflächennahe Zinkvererzung, die sich in weitere Tiefe erstreckt.

VIII. Projekt ZD-32

Dieses Teilgebiet könnte eventuell eine absätzige, nördliche Fortsetzung der Zinkvererzung des Projektes Zn-18 sein.

IX. Projekt Cuprum 1

Durch Entnahme von Bodenproben wurde ein Gebiet mit signifikant erhöhtem Zink- und Kupermetallgehalt entdeckt. Teilweise sind die Kupfergehalte höher als die Zinkgehalte. Die Untersuchungen werden fortgeführt.



Projekt Revier D

Sehr starke Silber-Anomalien bei Katzling (Revier D)

Dieses Schürfgebiet mit seinen zwei Dutzend verfallener Stollen ist sowohl über die Forst- strasse von Pichl als auch über die Forststrasse bei Katzling erreichbar. Es ist wegen seiner Steilhänge und abgerutschten Halden ein besonders schwierig zu untersuchendes Teilgebiet. Die Bodenproben zeigen ausserordentlich hohe Silbergehalte und stammen offensichtlich aus umgelagerten Material. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen im Revier D weitere Untersuchungen erfolgen, um einen der besonders reichen Silbererzgänge zu lokalisieren.

In alter Zeit waren wegen Mangels geeigneter Technologie nur silberreiche Erze im relativ oberflächennahen Bereich abbauwürdig. Die tektonisch verschobenen Fortsetzungen der Silberzgänge zur Tiefe hin sind noch vorhanden.

Siehe auch