Goldbergbau Pusterwald - Silberbergbau Zeiring - Silberbergbau Pichl bei Katzling

Eine Kooperation der Aurex Biomining AG zur Dokumentation der Abbauwürdigkeit von Gold- und Silberlagerstätten in Österreich

Silbermine Pichl

orange gefärbtes Erdreich verursacht von Gelbkupfererz
vergrößern
orange gefärbtes Erdreich verursacht von Gelbkupfererz
Betrachtung einer Nebengesteinsveränderung
vergrößern
Betrachtung einer Nebengesteinsveränderung

Unter der Bezeichnung Silbermine Pichl werden die mittels Boden- und Gesteinsproben lokalisierte Erzvorkommen im Bereich der Forststrassen bei Pichl zusammengefasst.

Es handelt sich um ein Teilgebiet ausserhalb der alten Stollen im Bereich der Unterzeiringer Vereruongszone, die sich über 4.5 km Länge erstreckt.

Im Projekt Orange wird bereits im September mit den Kern- bohrungen begonnen. In weiterer Folge werden auch die anderen, ausserhalb der alten Stollensysteme aufgefundenen geochemi- schen Anomalien nacheinander angebohrt.

Die aufgefunden Anomalien sind oberflächennahe Ausläufer von Vererzungen, die sich vermutlich absätzig zur Tiefe hin erstrecken. Möglicherweise handelt es sich pro Anomalie nicht jeweils um einen einzelnen Erzgang, sondern um drei bis vier unterirdisch zusammen hängende, größere Vererzungen, deren oberflächennahe Ausläufer mit Hilfe der Geophysik und Geochemie aufgefunden wurden.

Der Metallgehalt in Bodenproben aus dem nicht-vererzten Gebiet wird als background bezeichnet. Teilweise zeigen die Bodenproben im Bereich der Forststrasse von Pichl - und zwar in jenem Bereich, in dem noch kein historischer Abbau erfolgte - stark erhöhte Metallgehalte, nämlich den 10- bis- 150-fachen Pb-background und den bis 30-fachen Zn-background. Eine der AAS-Proben ergab den 70-fachen Silbergehalt im Vergleich zum Erdkrustendurchschnitt.

Die vorhandene Infrastruktur ist günstig und bedarf keiner wesentlichen Investitionen. Die Gemeindeverwaltung von Oberkurzheim (= Unterzeiring, Pichl-Katzling), die Grundeigen- tümer und auch die Anrainer stehen einem geplanten Kleinbergbau positiv gegenüber.


Die aufgefundenen geochemischen Anomalien sind :

I. Projekt Orange - mit Silber-, Zink-, Blei- und Kupfererz

Stollenmundloch der Grube F
vergrößern
Stollenmundloch der Grube F

Es finden sich viele Hinweise auf eine sehr intensive hydrothermale Vererzung. Zur Unter- suchung der stofftektonischen Durchmischung der Gesteinsschichten und deren Kluftwasserführung wurde eine RC-Bohrung durchgeführt. Die Bohrung durchörterte eine limonitführende Schicht und nach weiteren 40 Bohrmetern wurden zweimal Kluft- wasser angetroffen. Angebohrt wurde u.a. ein Bereich mit gering erhöhten Ag-Pb-Zn- Gehalten und die Aureole einer Cu-As- Vererzung.

Skizze von P. Walser
vergrößern
Skizze von P. Walser

Bereits 25 m von dem Bohrloch entfernt konnten zahlreiche Boden- und Gesteinsproben mit signifikant erhöhten Pb-Zn-Gehalten entnommen werden, die eine Vererzung unbekannter Größenordnung anzeigen. Allgemein zeigen Gesteinsproben weniger als 0,005 % Vanadium, eine Gesteinsprobe aus dem untersuc hten Bereich hingegen 4,063 %. Eine andere Gesteinsproben zeigt 12 % Ba und bestätigt somit ebenfalls die polymetallische und sulfidische Vererzung.

Wie bereits erwähnt, wird im September 2010 mit den Kernbohrungen begonnen. Der Stollen und Schacht der in nur 50 m entfernten Grube F haben keine Verbindung zur Vererzung des Projektes Orange. Im Jahre 1974 schrieb Peter Walser : "Südlich vom Pichl befindet sich am Fuße des mächtigen brekziösen Marmors, der deutlich als Rücken vorspringt, gleich 50 m oberhalb des Waldrandes das Mundloch zur Grube F (970 m). Der Stollen wurde in einer lichten Höhe von 120 cm durch Feuersetzen vorgetrieben und trifft nach 6 m auf eine Störung (350/60 W), der die Bergleute nach Süden 10 m folgten. In einer kleinen Kaverne wurde ein Blindschacht abgeteuft, der aber nach 4 m verrollt ist. Parallel zur Störung stehen Schwarzschiefer an"

Das Antreffen reicher Silberrerze ist möglich

Die starke tektonische Störung beim Projekt Orange bildete anscheinend einen idealen Aufstiegsweg für die hydrothermalen Erzlösungen. Proben zeigen lokal hohe Cu-As-Anomalien und es könnte sich um vergesellschafteten Kupferkies-Arsenkies oder auch um das Erz Tennantit handeln. Dieses Erz enthält bis zu 15 % Silber.


II. Projekt Stefan (Ost-Orange) mit Arsenopyrit, Zink- und Bleierz

Arsenopyrit mit Gold - Foto von minifossi.pcom.de
vergrößern
Arsenopyrit mit Gold - Foto von minifossi.pcom.de

Arsenopyrit ist in den Alpen ein typischer Goldträger. Man schätzt dass etwa 60 % des Alpengoldes als Microparagenese im Arsenopyrit und Pyrit auftritt.

120 m östlich der Grube F beginnt im Teilgebiet Ost-Orange eine bedeutende As-Anomalie, deren südlicher Rand außerdem signifikante Zn-Pb-Werte aufweist. Welche die ältere und welche die jüngere (zu unterst befindliche) Vererzung ist, kann durch Bodenproben nicht festgestellt werden. Die Bodenproben zeigen den 30 - 80-fachen Background-As-Gehalt, aber noch keinen Goldgehalt. Der eventuelle Goldanteil kann als "vererztes Gold" im Kristallgitter des Arsenopyrit eingeschlossen sein - oder ist in die darunter befindliche Zementationszone verfrachtet. Da bei der 120 m entfernten Grube F ein erhöhter Kupfergehalt mit einenm erhöhten As-Gehalten korreliert, könnte es sich um eine polymetallische Vererzung mit dem eventuellen Auftreten von Tennantit handeln.

Ob die große As-Zn-Anomalie tatsächlich goldführend ist, kann nur durch Bohrungen festgestellt werden.


III. Projekt "Big-Vein-Anomalie"

Geoelektrische IP-Anomalie Big Vein (Ag, Pb, Zn)
vergrößern
Geoelektrische IP-Anomalie Big Vein (Ag, Pb, Zn)

Diese geoelektrische und geochemische Anomalie beginnt 150 m südlich der alten Silberabbaue des Revieres D und ist über die NW-Forststrasse von Pichl erreichbar.

Der Teil beim Krähenfelsen zeigt stark erhöhte Ag-Pb-(+Zn)-Gehalte in den Bodenproben. Geröll und die Felswand verhindern die weitere Entnahme von Bodenproben. Die hohen Metallgehalte in den Bodenproben stammen aus sekundären Erzlösungen, die aus den zahlreichen Klüften, die sich weit verzweigt unterhalb der Boden- und Gröllbedeckung befinden, ausgetreten sind.

Die Vererzung kann bedeutend sein, da eine starke tektonische Störung anhand mehrerer Harnischflächen erkennbar ist. Nachdem diese Anomalie von der unterhalb befindlichen Forststrasse aus nicht angebohrt werden kann, ist geplant, ein zerlegbaren Kernbohrgerätes zu erwerben. Dieses kann dann knapp unterhalb der Felswand aufgestellt werden.

Im November 2009 wurden etwa 50 m unterhalb der Anomalie von der dort befindlichen Forststrasse aus einige horizontale RC-Bohrungen durchgeführt. Die Bohrungen durchörterten eine starke Störungszone und die Aureolen von As- Cu-Pb-Zn-Anomalien. Dies sind weitere Hinweise für eine Vererzung oberhalb des damaligen Bohrbereiches.


IV Projekt Klippe

Lageplan
vergrößern
Lageplan

Hiebei handelt es sich um eine schmale Pb-(+Zn-) verlaufende Vererzung zwischen oberhalb der Forststrasse und einer Felsenklippe. Die geochemische Anomalie kann direkt bis zur Felsenklippe gemessen werden. Die Felsenklippe verhindert weitere Probennahmen.

Die meisten Zeiringer Erzgänge verlaufen Richtung Norden. Die drei bisher aufge- fundenen Zinkvererzungen [Projekte V, VI und VII) befinden sich im Bereich der oberen Nord/Süd-Forststrasse. Es ist möglich, daß es sich nicht um drei verschiedene, sondern eventuell um eine große, unterirdisch (absätzig) zusammenhängende Nord-Süd-Vererzung handelt.


V. Projekt 18

Ist eine zwischen zwei Forststrassen aufgefundene oberflächennahe Zinkvererzung, die sich in weitere Tiefe erstreckt.

VI. Projekt 32 - ZD

Dieses Teilgebiet könnte eventuell eine absätzige, nördliche Fortsetzung der Zinkvererzung des Projektes 18 sein.

VII. Projekt Wespe

Dieses Teilgebiet zeigt stark erhöhte Zink- und Bleigehalte in den Bodenproben und könnte eventuell eine absätzige, nördliche Fortsetzung der Zinkvererzung des Projektes ZD sein. Eine der Bodenprobe zeigt 40 Gramm Silber pro Tonne (+/- 12 g/t). Dies ist für Bodenproben ein ausserordentlich hoher Wert. Die sekundäre Erzlösung, die den Silbergehalt in dieser Bodenprobe verursacht, stammt aus der unterhalb der Bodenbedeckung befindlichen und weitreichenden Zerklüftung des Untergrundes. In einem Umkreis von 10 - 40 Meter von diesem Probe-Entnahmepunkt dürfte sich eine oberflächennahe und hochsilberhältige Vererzung befinden.


Projekt Revier D

Starke Silber-Anomalien bei Katzling (Revier D)
vergrößern
Starke Silber-Anomalien bei Katzling (Revier D)

Dieses Schürfgebiet mit seinen zwei Dutzend verfallener Stollen ist sowohl über die Forst- strasse von Pichl als auch über die Forststrasse bei Katzling erreichbar. Es ist wegen seiner Steilhänge und abgerutschten Halden ein besonders schwierig zu untersuchendes Teilgebiet. Die Bodenproben zeigen ausserordentlich hohe Silbergehalte und stammen offensichtlich aus umgelagerten Material. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen im Revier D weitere Untersuchungen erfolgen, um einen der besonders reichen Silbererzgänge zu lokalisieren.

In alter Zeit waren wegen Mangels geeigneter Technologie nur silberreiche Erze abbau- würdig.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge