Goldbergbau Pusterwald - Silberbergbau Zeiring - Silberbergbau Pichl bei Katzling

Eine Kooperation der Aurex Biomining AG zur Dokumentation der Abbauwürdigkeit von Gold- und Silberlagerstätten in Österreich

Silberbergbau Katzling

Unter dem Begriff Silberbergbau Katzling werden die im 4,5 km langen Erzrevier von Unterzeiring befindlichen Teilgebiete der Gruben D und E sowie der Grube F (Silbermine Pichl) befindlichen Vererzungen zusammengefasst.

Starke bis sehr starke Silber-Anomalien bei Katzling

In der Erdkruste beträgt der durchschnittliche Gehalt an Silber 0.07 ppm, der an Blei 15 ppm und der an Zink 75 ppm . Die bisher entnommenen Bodenproben aus dem Erzrevier Unterzeiring zeigenje nach Entnahmeort zum Teil stark oder sehr stark erhöhte Silber- Blei- und Zinkanomalien.

Bodenproben mit bis zum 1.000-fachen Background Silbergehalt

Eine der Bodenproben aus dem Teilgebiet "Revier D zeigt Ag 104 ppm, bis zu Pb 9400 ppm und bis zu Zn 1300 ppm. Dies ist der 1.000-fache Ag- und der mehr als 500-fachen Pb-Background-Gehalt und wurden unterhalb von alten, höher gelegenen Stollen entnommen. Die Proben bestätigen die historischen Berichte über den grossen Silberreichtum der Zeiringer Erze.

Revier D (Dora) und Süd-Dora

(Revier D – Skizze von P. Walser 1974
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(Revier D – Skizze von P. Walser 1974

Dieses Teilgegebiet mit seinen zwei Dutzend verfallener Stollen ist sowohl über die Forststrasse von Pichl als auch über die Forststrasse bei Katzling erreichbar. Es ist wegen seiner Steilhänge und abgerutschten Halden ein besonders schwierig zu untersuchen. Auch südlich der in der Karte eingezeichneten Stollen und Halden wurden Pingen und Halden aufgefunden

Im Abstand von 300 m wurden zwei verbrochene Kriechstollen aufgefunden, aus denen an heissen Tagen kalte Luft heraus strömt. Dies ist ein Hinweis auf eine grosse Ausdehnung der alten Grubenräume. Einer der verbrochenen Kriechstollen soll angeblich einige hundert Meter weit in den Berg hineinführen.

Der seinerzeitige Erzabbau dürfte nur im oberflächennahen Bereich erfolgt sein, denn Karstwässer und das Fehlen von geeigneten Technologien verhinderte ein Vordringen zur Tiefe hin. Hinsichtlich der vermuteten, absätzigen Tiefenfortsetzung der Vererzung ist geplant, einen der verbrochenen Lüftungsstollen zu räumen, um in die alten Abbauräume zu gelangen. Dies wird die Entnahme von Erzproben aus den Rücklässen ermöglichen und wichtige Hinweise für das direkte Anbohren eines Erzkörpers erbringen.

Die tektonische Struktur

Tektonische Struktur des Unterzeiringer Erzbezirkes
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Tektonische Struktur des Unterzeiringer Erzbezirkes

Es wird zwar vorläufig nur das Auffinden von mehreren kleinen abbauwürdigen Lagerstätten kalkuliert, aber es besteht durchaus die seriöse Chance, einen oder einige grossmächtige Erzkörper durch weitere Aufsuchungsarbeiten zu lokalisieren. Denn der westliche Teil des Pölstales hat sich im Zuge der Alpenauffaltung um 12 km (!) nordwestwärts verschoben. Die dadurch entstandene und tief hinabreichende Schwächezone in der Erdkruste (= die grosse Pölstalstörung) ermöglichte das mehrmalige Aufsteigen von Erzlösungen im Unterzeiringer Erzrevier, das eine Länge von 4.5 km aufweist. Die vielfältige Auffaltungs- Bruch- und Gleitbrett-Tektonik ist ein Hinweis, dass die Vererzung sich in weitere Tiefe absätzig bis eventuell 1.5 km Tiefe erstreckt.

Die vielen parallel und auch quer zur grossen Pölstalstörung entstandenen Störungszonen waren potenzielle Aufstiegswege für die Erzlösungen


Aus der veröffentlichten Fachliteratur

P. Walser schrieb 1974 (Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen, Sonderband 2) über das Revier D :

"Südlich von Katzling erstreckt sich östlich der Klum-Hube das Grubenrevier D. Mit Ausnahme von Grube V zeigen alle Einbauten in ihrer Umgebung starke bis sehr starke Anomalien bezüglich Silber, Blei und Zink. Im vorliegenden Gebiet steht ein brekziöser bis massiger Marmor an, der bei steilem Einfallen NW-SE streicht. Mehrere zum Streichen parallele Störungen zerhacken diesen Marmor und dürften die Erzzufuhr ermöglicht haben. In diesem Zusammenhang darf darauf hingewiesen werden, dass übereinstimmend von allen Bearbeitern der Zeiringer Lagerstätte die große Pölstalstörung, die ebenfalls NW-SE streicht, als Hauptlieferant der Erzlösungen angesehen wird.

Bevor auf die einzelnen Baue eingegangen wird, sei erwähnt, dass die Halden im Bereich VI aufgegraben wurden und das Haldenmaterial nach der Wichte angereichert wurde. Dafür danke ich Herrn Dipl.-Ing. H. KOLB sehr herzlich. Eine Zahl von Anschliffen dieser Schwerekonzentrate bracht keinen eindeutigen Erznachweis. Herr Professor Dr. J. G. HADITSCH – dem an dieser Stelle für seine stete Hilfsbereitschaft gedankt sei – fand jedoch in einem Schliff Kupferkieströpfchen in zersetztem Bleiglanz, dessen ursprüngliches Gitter noch erkannt werden konnte, und er schließt daraus auf eine Paragenese Bleiglanz-Zinkblende-Kupferkies, wobei dann der Bleiglanz als Silberträger angesehen werden muß. Sämtliche Schliffe zeigen reichlich Pyrit mit allen Übergängen zu Limonit, wobei jedoch schon der Marmor einen hohen primären Pyritgehalt zeigt.

Der Bau I in 1070 m an einer markierten Flurgrenze gelegen ist ein Beispiel dafür, dass der natürlichen Klüftung nachgearbeitet wurde. Auf der Karte 3 wurden die Stollen doppelt so groß dargestellt. Der Hauptstollen folgt einer Kluft (160/70 W) ca. 14 m bis er verrollt ist. 3 m hinter dem Mundloch zweigt von einer Kaverne mit 3 m Durchmesser ein Seitenstollen nach Osten ab, der einem Harnisch (280/85 S) folgt. Dieser Seitenstollen endet nach 13 m im festen Fels. Stollen sind nur grob ausgebrochen und erreichen eine Höhe von 150-200 cm. Abgesehen von einer leichten Limonitisierung des Marmors zeigen sich keine Erzspuren.

Der Stollen II (1030 m) folgt dem Streichen des klüftigen Marmors (135/65 W) ca. 10 m dann ist auch dieser 150 cm hohe Stollen verrollt. Hier ist auch das Mundloch schon stark verrollt, eine sehr starke Halde zieht sich den Hang entlang und lässt auf rege Bergbautätigkeit schliessen.

Ebenso zeigt Stollen III (1020 m) eine mächtige Halde. Der Stollen folgt einer Störung (145/40 NW), wobei bedingt durch kleine Querverwerfer die Stollenrichtung 180 S beträgt. Nach 14 m ist der Bau verrollt.

Zwischen den Stollen II und III kann man auf dem Schlag sehr gut eine kleine Terrasse ausnehmen, von der nach Norden also abwärts wie auch aufwärts nach Süden Terrassen weglaufen, die an die Überreste eines Bremsberges erinnern. In diesem steilen Gelände haben wohl die alten Bergleute auch schon etwas ähnliches betrieben, wobei die Terrasse als Umladestation gedient haben mag. Daß sich im Bereich dieser Terrasse keine geochemischen Anomalien zeigen, wäre durch die Verwendung der dichten, ledernen Erzsäcke erklärbar.

Westlich des Stollens III trifft man auf die Halde mit dem fast vollständig verrollten Mundloch des Stollens IV (1010 m ), der einer Störung (330/55 W) folgt. Ein Befahren dieses Baues war mir nicht möglich.

Fährt man auf der Forststrasse von Katzling kommend zur Klum, so trifft man gleich bei der ersten Biegung, wenn man 50 m nach Westen auf den Hang klettert, auf die Einbauten V (900 m). Ein Stollen führt in der Richtung 235 SW und zwei Pingen in dieser Richtung - wohl durch die geringe Überdeckung verbrochen – zeigen den weiteren Verlauf an. Eine große Halde lässt auch hier auf einen einst tiefen Stollen schliessen, der vielleicht nie die erzführende Zone erreicht hat, was aus dem Fehlen einer geochemischen Anomalie im Bereich dieser Baue geschlossen werden darf. Gleich 30 m westlich findet sich ein zweiter Stollen, der im anstehenden Fels angeschlagen wurde. Auch dieser ist verbrochen und zeigt nur eine kleine Halde.

Die Baue IV zeigen teilweise große Halden und vor allem sehr hohe Silberanomalien im gesamten Bereich. Es ist umso verwunderlicher, dass in der Literatur über diese Bau, die vielleicht einmal einen beachtlichen Anteil der Silberproduktion des Oberzeiringer Reviers lieferten, nichts zu finden ist. Südlich davon finden wir noch einen Stollen (E auf Karte 1), der auf der Karte 3 nicht mehr Platz fand, sicher aber zum selben Revier gehört. Dieser Stollen liegt 100 m nördlich der Höhenkote 1188 und ist auch schon beim Mundloch verrollt.


'Siehe auch ·

Weblinks

Wie ensteht eine hydrothermale Erzlagerstätte ?

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